Diagnose BEL - Die Beckenendlage

Als Beckenendlage (BEL) bezeichnet man die Lage des ungeborenen Babys im Mutterleib, wenn der Kopf des Kindes oben -also unter dem Zwerchfell der Mutter- liegt. Kommt das Kind in dieser Position zur Welt, wird die Lage auch als “Steißlage” bezeichnet - daher ist der Begriff “Steißlage” vielen Frauen geläufiger. Dabei ist es übrigens egal, ob tatsächlich der “Steiß”, also der Po, oder aber die Füße zuerst herauskommen.

Die Beckenendlage ist im Verlauf der Schwangerschaft eine ganz normale Lage, die der Embryo immer wieder mal einnimmt und immer wieder mal gegen andere Positionen eintauscht. Allerdings: Je größer das ungeborene Kind wird, desto weniger Platz bleibt im Mutterleib für turbulente Drehungen und Wendungen. Ein Kind, das im letzten Drittel der Schwangerschaft bei den Ultraschalluntersuchungen häufig in der BEL anzutreffen ist, wird sich bis zum Geburtstermin vielleicht nicht mehr in die normale Geburtsposition -den Kopf im Becken der Mutter- drehen.

Vielen Gynäkologen ist eine spontane Geburt aus dieser Lage heraus zu riskant - sie empfehlen einen kontrollierten Kaiserschnitt ein bis zwei Wochen vor dem errechneten Geburtstermin. Allerdings gibt es mehrere Tricks, mit denen Hebammen versuchen, das Kind im Mutterleib noch zur Drehung zu “überreden”. Zum Einsatz kommen u.a. homöopathische Mittel (z.B. Pulsatilla), bestimmte Körperhaltungen (”Indische Brücke”) oder Akupunktur (das schon seit sehr langer Zeit praktizierte “Moxen”, also die Stimulation von Akupunkturpunkten an den kleinen Zehen mit Hilfe von Wärme).

Manchmal dreht sich ein Baby auch ganz von selbst noch kurz vor der Geburt - aber das ist selten, weil kaum noch genug Platz für spontane Wendungen im Mutterleib ist…

Babys, die lange Zeit in der BEL lagen, haben oft einen etwas verformten Schädel: Er ist durch den Druck des mütterlichen Rippenbogens eher länglich. Das ist allerdings gewöhnlich kein Problem und verwächst sich nach der Geburt schnell wieder.