Medikamente - Schwangerschaftsverträglich oder nicht?

Die Einnahme von Medikamenten in der Schwangerschaft muss genau überlegt werden. Ratsam ist es immer, vorher den Arzt oder Apotheker zu fragen und auch den Beipackzettel genau durchzulesen. Es gibt eine Vielzahl von Medikamenten, welche von Frauen in der Schwangerschaft nicht eingenommen werden dürfen, weil sie das ungeborene Kind schädigen können. Bei anderen Medikamenten ist die Auswirkung auf die Entwicklung des Fötus nicht genau bekannt. Auch hier sollte auf die Medikamente verzichtet werden. Eine schwangere Frau, die sich aufgrund körperlicher oder seelischer Beschwerden in ärztliche Behandlung begeben muss, sollte den Arzt unbedingt über die bestehende Schwangerschaft informieren, damit dieser die richtige Therapieform wählen kann.

Bei vielen gängigen Krankheitsbildern werden Medikamente verschrieben, die in der Schwangerschaft auf keinen Fall weiter eingenommen werden dürfen, um den Fötus nicht zu gefährden. Dazu gehören Medikamente, die die Blutgerinnung beeinflussen (Antikoagulanzien). Ebenfalls nicht eingenommen werden dürfen Medikamente, die zur Behandlung von Epilepsie eingesetzt werden (Spasmolytika) oder Medikamente, mit denen eine Schilddrüsenüberfunktion behandelt wird (Thyreostatika). Barbiturate oder Benzodiazeptine, mit denen Angst- und Schmerzzustände, bzw. Schlaflosigkeit behandelt werden, sowie chemotherapeutische Mittel, die zur Behandlung gegen Krebs eingesetzt werden, sind in der Schwangerschaft nicht erlaubt. Isotretinoin, welches zur Aknetherapie verwendet wird und Diethylstilbestrol, welches bei Menstruationsbeschwerden, Brustkrebs oder zur Behandlung von Beschwerden in der Menopause eingesetzt wird dürfen vom Arzt ebenfalls nicht verschrieben werden. Auch die Einnahme von Antidepressiva sowie von schmerz- und entzündungshemmenden Medikamenten wie Aspirin und Ibuprofen soll unterbleiben. Ein Antibiotikum, welches im Rahmen einer Schwangerschaft nicht eingenommen werden darf ist das Tetracyclin.

Die Wirkung der Medikamente lässt nicht sofort nach, wenn man sie abgesetzt hat. Es ist durchaus möglich, dass es Wochen oder Monate dauern kann, ehe die letzen Medikamentenrückstände vom Körper abgebaut worden sind. Plant die Frau eine Schwangerschaft, so sollte sie – je nach Krankheitsbild nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt - vorher rechtzeitig alle Medikamente absetzen.

Allerdings gibt es auch im Rahmen einer Schwangerschaft bestimmte Krankheiten, bei denen der Arzt der Schwangeren Medikamente verschreiben muss. Das gilt besonders dann, wenn die Frau beispielsweise unter Asthma, allergischen Beschwerden, Bluthochdruck oder einer bakteriellen Infektion leidet. Zu den Medikamenten, die in solchen Fällen auf ärztliche Anordnung eingenommen werden dürfen, gehören unter anderem:

•Penizillin, Erythormycin und Ampicillin zur Therapie bei bakteriellen Infektionen

•Diphenhydrmain und Chlorpheniramin, welche zur Linderung bei allergischen Beschwerden eingesetzt werden

•Hydralazin, Labetalol und Methyldopa zur Therapie von Bluthochdruck

•Albuterol, Metaproerenol, Salmeterol und Terbutalin zur Behandlung von asthmatischen Beschwerden

Viele Frauen leiden in der Schwangerschaft unter Beschwerden wie Kopfschmerzen, Übelkeit oder Sodbrennen. In diesem Fall ist es sinnvoll, nicht gleich auf Medikamente zurückzugreifen, sondern mit Hausmitteln eine Linderung der Beschwerden anzustreben. Bei Kopfschmerzen hilft es oft, sich ein wenig Entspannung zu gönnen oder Stirn und Schläfen mit ätherischen Ölen zu betupfen. Die weit verbreitete Schwangerschaftsübelkeit, besonders in den ersten Monaten, sollte die Frau möglichst auch ohne Medikamente überstehen. Die Ernährung sollte leicht verdaulich sein, die Portionen nicht zu groß.

Hilfreich kann es auch sein, ab und an von einem Zwieback, einem Keks oder einer Scheibe Brot abzubeißen. Mit diesen Zwischenmahlzeiten ist der Magen nie ganz leer, denn auch ein leerer Magen die Schwangerschaftsübelkeit negativ beeinflussen. Sollten sich die Beschwerden mit den üblichen Hausmitteln nicht bessern, werden die Schmerzen stärker oder kommt Fieber hinzu, so darf zur Not auch auf Medikamente mit dem Wirkstoff Paracetamol zurückgegriffen werden, der in der Schwangerschaft erlaubt ist. Klingen die Beschwerden allerdings nicht in den nächsten Tagen ab, verschlechtert sich das Befinden oder kommen starke Bauchschmerzen oder Schmierblutungen dazu, sollte die Frau sicherheitshalber einen Arzt aufsuchen.